Ulrichskapelle

 
Als die beiden Hausen-Dörfer während des 16. Jahrhunderts Gefahr liefen, vom Rheinstrom weggeschwemmt zu werden, stifteten sie dem Hl. Ulrich eine Kapelle am Hofgestade in der
Nähe der alten, jetzt Ulrichsbrünnlein genannten Verenenquelle, an deren Heilkraft bei lahmen Gliedern alle glaubten. Die Hausener waren überzeugt, dass ihr Fischer- und Schifferpatron die Gebete zu Gott tragen und dem vordringenden Rhein Einhalt gebieten werde. 1765 neu gebaut, 1788 durch die Kirchenreformen des Kaisers Joseph II bedroht, blieb die Kapelle als Stätte des gemeinsamen Gebetes und des Gottesdienstes bis heute erhalten. Im schlichten Innenraum steht ein hölzernes Barockaltärchen mit einem Altargemälde des Hl. Ulrich von Augsburg. Der Kirchenpatron ist umgeben von seinen Attributen Buch, Fisch und Ulrichskreuz. Er segnet Kranke. Votivgaben zeugen noch von der Dankbarkeit der Geheilten. Die Kapelle liegt iyllisch nordwestlich von Oberhausen am Rand der Niederterasse und lohnt einen Besuch für alle, die sich in der Gemeinde am Rhein nach dem schönen, alten Erbe umschauen.
Die angebaute Eremitage wurde bis 1965 bewohnt.

Noch heute verehrt die Bevölkerung ihr Käppele.
Im Sommerhalbjahr wird in der Regel einmal im Monat eine Hl. Messe in der Ulrichskapelle gefeiert. Am Sonntagnachmittag (Mai bis Oktober) um 14.00 Uhr ist Rosenkranz. Im Sommer kommt man auch zum Taizegebet in die Kapelle.

 
 
 

S’Käpilli

Die kleine Kapelle am Dorfesrand,

ein lieber Kleinod uns wohl bekannt.

Das Brünnlein plätschert im lieblichen Ton,

behütet von Ulrich unserem Kirchenpatron.

 

Wir danken für sein Erbarmen,

hat immer geholfen den Armen.

Zum Segen für uns und unser Land,

wurde die Kapelle nach ihm benannt.

 

Für Schiffer und Fischer sie heute noch steht,

als Ort der Besinnung für ein innig Gebet.

Maria hält dort für alle die Wacht,

Mutter Gottes – beschütz uns bei Tag und bei Nacht.

 

Wenn das Glöcklein uns ruft zum beten,

erbitten wir den Segen.

Für alle und für den Frieden der Welt,

sei uns als Zuflucht zur Seite gestellt.

 

Und sind wir auch mal länger fort,

zieht es uns zurück an den lieben Ort.

Zur kleinen Kapelle am Dorfesrand,

von uns allen liebevoll s‘ „Käpilli“ genannt.

 

Im Juni 2014

Doris Zängle